Robert Lucander: WOODOO
26.9.2008 - 2.11.2008
Robert Lucander (geb. 1962) ist bekannt für seine Gemälde, die die Bildwelt von Werbung, Zeitungen und menschlichen Figuren ausnutzen. Er eliminiert die Spuren der Malerei, indem er Acrylfarben anwendet, die er ohne Pinselstriche und ohne die Vermischung der Farben anbringt. In den gegenwärtigen Werken ist eine neue Spontanität vorhanden. Seine neuen Werke malt er auf Holz oder Papier, was oft einen ganz eigenen Anblick bietet.
Die Personen, die Lucander abbildet, sind keine Individuen, sondern anonyme Figuren. Er hat früher auch berühmte Personen gemalt, aber jetzt wird die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche gelenkt: Thema sind nicht die abgebildeten Figuren in sich, sondern allgemein erkennbare Gefühlszustände sowie menschliche und alltägliche Absurditäten.
Die Medienwelt bietet uns fertige Geschichten, Attitüden und Vorstellungen, aber Lucander zwingt den Betrachter, seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen. Seine Gemälde sind wie Rätsel. Zwischen retuschierten Leitfäden kann der Betrachter einen Gefühlszustand, eine fortlaufende Situation oder einen Konflikt finden, aber er darf nie wissen, worum es wirklich geht. Die Werke drücken eine gewisse Dramatik aus, aber beinhalten keine narrative Erzählung.
Man kann sagen, dass Lucander durch bildliche Malerei abstrakt denkt. Er untersucht die Grenze zwischen Abstraktem und Bildlichem und stellt diese Attribute auf den Kopf: Er abstrahiert die Figuren, während zur selben Zeit der Hintergrund der Werke – die Holzoberfläche, die sichtbar bleibt – als ein bildliches Element des Gemäldes fungiert. Die Wasserfarben, die Lucander anwendet, heben Spuren der Holzfläche hervor, die in jedem Werk sorgfältig durch den Künstler ausgewählt wurden. Das Material des Hintergrunds ist für Lucander ein wichtiges Element, welches Möglichkeiten bietet, neue Sachen in der noch unfertigen Geschichte abstrakter Malerei zu entdecken.
Pilvi Kalhama
Robert Lucander (*1962) wurde in Helsinki geboren. Er studierte visuelle Kunst an der Universität der Künste in Berlin zwischen 1989-1995 und hat seitdem dauerhaft in Berlin gelebt und gearbeitet. Lucander hat seit Beginn der 1990er Jahre aktiv an Ausstellungen überall in Europa teilgenommen und wird in Berlin durch die bedeutende Galerie Contemporary Fine Arts repräsentiert. Seine letzte Einzelausstellung in Finnland hatte er vor fünf Jahren. Lucander wirkt als Professor für Malerei an der Universität der Künste in Berlin und hat unter anderem an der Akademie der bildenden Künste in Wien und an der finnischen Kunstakademie in Helsinki unterrichtet.